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Hier in den Abruzzen herrscht leider noch immer kein stabiles Wetter und zu allem Überfluss ist uns letzten Samstag auch noch unser Bus kaputt geworden. So habe ich die Hoffnung auf eine ordentliche Radtour ins Gebirge rein schon fast aufgegeben. Doch das Schicksal meinte es nochmal gut mit mir und schickte für den heutigen Dienstag nochmal einen Tag mit feinem Wetter. Da unser Wagen erst Morgen fertig wird steht mir der ganze Tag zur Verfügung und so beschließe ich das Blockhaus auf ca. 2.100m im Nationalpark Majella zu besuchen. Und richtig fair ist es ja eh nur wenn ich direkt hier am Campingplatz in Roseto wegfahre. Das bedeutet dann 182km mit ca. 2.600hm - lt. Karte.
Ich fahre also zeitig entlang der Via Adriatica SS16 nach Süden - zuerst durch Pescara, beim Flughafen und in weiterer Folge landeinwärts nördlich an Chieti vorbei.
Kurz nach Manoppello Scalo verlasse ich dich Hauptstraßen und erstmals nach gut 60km geht es endlich etwas steiler bergauf. Durch Manoppello durch und bis nach Lettomanoppello habe ich noch eine kurze Zeit Schonfrist. In Lettomanoppello aber beginnt die heutige Tour erst so richtig. Denn es stehen mir nun fast 2.000 Höhenmeter am Stück bevor. Und die sind anfangs auch schön steil. Ich lasse es also gemütlich angehen und schraube mich schön gleichmäßig Kilometer um Kilometer nach oben. Nach nur 200hm komme ich aus dem Wald heraus und fahre gemütlich durch ein Gebiet wo vor ein paar Jahren ein Waldbrand gewütet haben muss. Einzelne verkohlte Bäume sind noch zu erkennen, ansonsten ist die Landschaft traumhaft. Und auch die Straßenqualität ist hier rauf vorzüglich. Nach einer Kehre kommt eine etwas gemeine Gerade. Führt sie doch über 400 Höhenmeter und 4km Schnurgerade rauf bis knapp unter das nächste Zwischenziel: den Passo Lanciano auf ca. 1.300m.
Dort mache ich eine kleine Pause, gönne mir einen Radler in einer der Gasthäuser und ohne viel weitere Zeit zu verlieren nehme ich das Finale in Angriff. Aber es trennen mich noch immer 800hm vom höchsten befahrbaren Punkt. Doch auch die fallen mir leicht. Denn erneut gelange ich nach nur wenigen Metern durch schattigen Wald ins freie Gelände und mit einer sensationellen Aussicht Richtung Meer oder ins nördliche gelegene Gebirge des Gran Sasso fahre ich höher und höher. Ich passiere Liftstationen, diverse Antennenanlagen und auch eine erste mit Schnee verlegte Kehre. Kurz nach dem Ende für den KFZ-Verkehr befahrbaren Straße auf knapp unter 1.900m beim Rifugio Bruno Pomilio muss ich dann erstmals kurz absteigen und die mit Schnee verlegte Straße umgehen. Später werde ich dann noch zwei mal gezwungen ein Schneefeld zu Fuß zu umgehen. Doch es lohnt sich und bald stehe ich am endgültigen Ende der asphaltierten Straße direkt vor dem Gipfel "Blockhaus" auf ca. 2.100m.
Ich mache ein paar Fotos, genieße die Aussicht und fahre in weiterer Folge wieder ab. Rasant geht es auf dem guten Asphalt abwärts und schnell bin ich retour am Passo Lanciano. Hier biege ich nun aber rechts ab und fahre runter Richtung Roccemontepiano. Auch hier geht es schnell durch den steilen Wald abwärts und als ich genau 2.000 Höhenmeter abgefahren bin merke ich wie warm es hier im mediterranen Tal ist - im Gegensatz zu der Hochgebirgsregion am Blockhaus.
Und da ich eh erst bei 115km und ca. 2.300hm stehe beschließe ich bei der Rückfahrt nach Pescara noch ein wenig durch die Hügel zu radeln. So kann ich bei der Fahrt durch Ortschaften wie Casalincontrada und in weiterer Folge an Chieti vorbei noch mal 300hm aufsammeln. Ab Chieti nehme ich jedoch dann den kürzesten Weg und fahre kurz auf der Schnellstraße Richtung Pescara. Bei der Autostrada A14 erwische ich statt der Unterführung versehentlich die Auffahrt auf die Autostrada. Erst kurz bevor ich direkt auf der Autobahn bin merke ich meinen Fehler und schiebe vorsichtig mein Rad die Auffahrt retour. Ab nun gibt es keine weiteren Probleme mehr und bald erreiche ich Pescara. In der ärgsten Rush-Hour durchquere ich fluchend über die italienischen Autofahrer die Stadt und nach weiteren 35 Kilometer an der Adria Richtung Norden erreiche ich zufrieden wieder den Campingplatz in Roseto.
Bei dieser kleinen Ausfahrt habe auf über 180km mehr als 2.600hm Anstieg absolviert..
Wie gewohnt hier der aufgezeichnete GPS-Track der Tour (zum Download einfach per Dropdown das gewünschte Dateiformat wählen und auf OK klicken):
Unweit vom Ende der Asphaltstraße am Blockhaus habe ich dieses Pano aufgenommen (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Fotos der ausgiebigen Ausfahrt wie gewohnt hier (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):
Für den heutigen Donnerstag war das erste Mal seit gut einer Woche richtig schönes Wetter vorhergesagt. Und das habe ich natürlich gleich genutzt um mein primäres Ziel in diesem Frühlings-Urlaub in den Abruzzen zu erreichen. Nämlich die Besteigung des Corno Grande. Mit 2.912m der höchste Gipfel des Gebirgsstockes Gran Sasso d’Italia mitten in den Abruzzen gelegen. Mit einer Schartenhöhe von 2.476m ist dieser Gipfel der höchste im Umkreis von ca. 450km (zwischen den Alpen & dem Ätna in Sizilien) und so übt er schon alleine auf dem Papier eine ungeheure Anziehungskraft auf mich aus.
Voller Vorfreude fahre ich also am heutigen Feiertag von der Adriaküste in Richtung Westen. Schon die Anfahrt begeistert, führt sie doch direkt vom Meer auf der Autostrada Richtung L’Aquila-Rom direkt auf den Berg zu. Man hat den Eindruck diesen riesigen Kalkkoloss mit dem Auto zu rammen. Doch es geht rechtzeitig ein Tunnelportal auf und gute 2.000m unter der Bergspitze fährt man in den „Traforo Gran Sasso“ – mit über 10.000m einem der längsten Autobahntunnels der Welt. Nach der Durchfahrt geht es bei Assergi sofort bergwärts auf einer feinen Passstraße dem geschichtsträchtigen Campo Imperatore entgegen.
Auf ca. 1.600m, bei der Abzweigung zum Campo Imperatore erfolgt mal eine kleine Ernüchterung. Die Straße rauf zum Endpunkt der Straße ist gesperrt und ein Schranken verhindert die Weiterfahrt. Doch nach nicht allzu langem Überlegen lenke ich meinen T5 einfach am Schranken durch die Wiese vorbei und fahre mal weiter. Die nächste Ernüchterung folgt so gleich, denn auf ca. 1.700m ist Schluss mit Autofahren. Die Straße ist nicht umsonst geschlossen, Schnee verhindert die weitere Auffahrt. Doch so schnell gebe ich nicht klein. Habe ich doch auch das Mountainbike mit und ich bin voll motiviert.
Auf den ersten Blick bin ich der Meinung doch noch etliches an Strecke mit dem Rad fahren zu können – und insbesondere retour sollte es mir eine ordentliche Zeitersparnis bringen. Nur 1-2 mal muss ich die mit Schnee verlegte Straße neben der Leitplanke umgehen, ansonsten kann ich bis zu einer weiteren Abzweigung, auf knapp 2.000m fahren, gute 3km Wegstrecke somit.
Das Rad schnell an einer Verkehrstafel angebunden und ich suche mir nun den kürzesten Anstieg in Richtung Normalweg. Den Endpunkt der Straße, auf ca. 2.130m, wo auch das Rifugio Campo Imperatore bzw. die Bergstation der Seilbahn von Assergi rauf steht lasse ich links liegen und gehe in direkter Linie über Schnee und Schutt auf einen Weg der mich zum Fuße meines Zieles führt. Dort hin ist zwar noch ein ordentlich steiler Hang zu queren, doch aufgrund drei Vorgehers klappt das auch ohne Steigeisen noch ganz gut.
Je höher ich nun steige umso umfangreicher wird auch gleich die Aussicht, über dem Tal in L’Aquila liegt noch etwas Hochnebel und die Blicke reichen schon in die umliegenden Berge des Hochgebirges der Abruzzen. Mich fesselt jedoch nur ein Blick, nämlich der auf mein Ziel. Die Südflanke des Corno Grande baut sich in voller Schönheit vor mir auf und ständig bin ich am Auskundschaften meiner weiteren Anstiegsroute. Den Anstieg via Normalweg verwerfe ich bald mal. Denn auch dort müsste ich, zuerst ein gutes Stück absteigen, dann erst recht wieder eine steile Schneeflanke aufsteigen um dann den Westgrat auf den Gipfel zu gehen. Bei einer Weggabelung mit Wegweisern folge ich also der „Diretissima Alpinistica“ welche anfangs noch gemütlich über Schutt dem Berg raufführt. Doch der Spaß hört schnell auf und schneller als vermutet stehe ich in einer ausgeprägten Rinne welche natürlich mit Schnee gefüllt ist. Der im Sommer sicher einfache Anstieg über den Südgrat, mit Kletterstellen um max. SGII wird so zur kombinierten Fels-, Schnee- und Eistour.
Steigeisen und Pickel kommen zum Einsatz und ich mühe mich nun die nächsten gut 300hm rauf. Denn dort wo die Sonne schon eine Weile hin scheint ist der Neuschnee aus den vergangenen Tagen richtig sulzig und somit mühsam zu gehen. Insbesondere wo es auch recht steil ist. Mit ca. 45° geht es nach oben, und in den schattigen Abschnitten ist die Schneeoberfläche pickelhart. Und immer wieder sind felsige Abschnitte mit den Steigeisen zu überwinden. Sprich: innerhalb weniger Meter wechseln die Verhältnisse sehr stark. Doch genau diese Umstände lassen mich voll im Genuss stehen und vergnügt steige ich höher.
Bald ist dann das Ende des Rinnensystems erreicht und nach wenigen Momenten über etwas flacheres Gelände erreiche ich den stolzen Gipfel des Corno Grande. Genauer gesagt handelt es sich beim höchsten Punkt um die Vetta Occidentale.
Ich genieße die unglaubliche Stimmung, die fantastische Fernsicht zu den umliegenden Bergen und natürlich zur nur ca. 45km entfernten Adria. Es sind dies die schönsten Gipfelmomente wenn man auf einem verschneiten Berg steht und rundum alles bereits in saftigem Grün getaucht ist.
Nach einer gemütlichen Rast mit einem Gipfelbierchen und Gesprächen mir ein paar anwesenden Italienern bzw. Hamburgern mache ich mich wieder an den Abstieg. Der führt mich anfangs entlang der „Via Normale“ am Westgrat bergab. Schnell aber gelange ich zu einer Rinne die nicht mehr so steil wie die im Anstieg ist und bis runter in die Schuttfelder mit Schnee gefüllt ist. Der Abstieg geht in dieser Rinne extrem flott von statten und bald bin ich unten am Fuße des Berges. Jetzt nur mehr kurz nach Süden queren und schon bin ich wieder am Aufstiegsweg. Ich quere nun in Folge nicht rüber in Richtung Rifugio C.I. sondern gehe immer in direkter Linie durch schneegefüllte Rinnen und Mulden bis ich bald mal mein Fahrrad erreiche. Nach wenigen Minuten Abfahrt auf der teilweise verschneiten Straße bin ich wieder retour beim Auto und fahre zufrieden zurück an die Küste in unser Quartier.
Bei dieser Tour habe ich etwas über 1.200hm absolviert.
Wie gewohnt hier der aufgezeichnete GPS-Track der Tour (zum Download einfach per Dropdown das gewünschte Dateiformat wählen und auf OK klicken):
Während des Anstieges habe ich dieses Pano gemacht (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Und diese zwei hier sind am Gipfel des Corno Grande entstanden (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Fotos der außergewöhnlich schönen Tour gibt es wie immer an dieser Stelle (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):
Nach der gestrigen kleinen Bergtour auf den Monte Girella unternehmen Bertl und ich heute eine gemütliche Ausfahrt mit dem Rennrad.
Wir fahren dazu kurz mit dem Auto nach Castelnuovo um von dort die erste Auffahrt in Angriff zu nehmen. Fast 400hm führt uns eine nicht allzu steile Straße rauf nach Canzano. Natürlich durchstreifen wir auch dieses nette Städtchen, das wie so viele andere „Gipfelstädte“ hier mit einer wunderbaren Aussicht und einer mit engen Gassen durchzogenen Altstadt aufwarten kann. Außerdem schön: Überreste einer Wehranlage mit einem toll erhaltenen Turm aus dem 15. Jhdt.
Nachdem wir die Altstadt erkundet und umrundet haben geht es nun mal ein Stück bergab bzw. flach dahin. Kurz vor Teramo, bei einem Observatorium prasseln die ersten dicken Regentropfen auf uns nieder und nach einer kurzen Pause entscheiden wir uns schnell weiter zu fahren. Das Gewitter zieht ja von Norden herein und unser Weiterweg führt uns eh nach Süden. Bergab geht es auch, also haben wir gute Chancen dem Regen davonzufahren. Das geht sich leider nicht mehr ganz aus und in Val Vomano angekommen sind wir völlig durchnässt.
Hier beschließen wir aber, das Ganze kurz abzuwarten, es ist ja gottseidank nicht kalt und nachdem es aufgehört hat zu regnen fahren wir weitere unsere Runde die uns nun über 400hm rauf nach Penna S.Andrea und nach Cermignano führt. Während in den Bergen noch die Gewitter wüten scheint bei uns gleich mal wieder die Sonne und es wird schnell wieder warm. Bis unsere Kleidung trocknet dauert es aber noch etwas.
Auch Cermignano ist sehr sehenswert und wir radeln gemütlich durch die kleine Stadt. Wir schauen uns all die engen Gassen an nachdem wir die Stadt erkundet haben geht es bergab. Bertl dürfte es auch recht sein, hat er doch bei der letzten Auffahrt schon etwas zu jammern begonnen. Doch jetzt geht es ja nur mehr bergab. Bei Monte Gualtieri schauen wir uns noch einen alten Befestigungsturm an und ziemlich flott sind wir kurz später wieder im Tal. Nach dem wir den Vomano überquert haben brauchen wir in Castelnuovo nur mehr kurz zurück zum Auto fahren.
Auf fast 55km haben wir ziemlich genau 1.000 Höhenmeter abgespult.
Wie gewohnt hier der aufgezeichnete GPS-Track der Tour (zum Download einfach per Dropdown das gewünschte Dateiformat wählen und auf OK klicken):
Ein paar Schnappschüsse zur feinen Ausfahrt gibt es wie immer hier (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):
Leider herrscht noch immer kein stabiles Wetter hier in den Abruzzen und so mache ich mich auf zumindest einen etwas kleineren Berg zu besteigen.
Nach einer abenteuerlichen Anfahrt starte ich in S.Giacomo um eine Zufahrtsstraße zu einem kleinen Skigebiet mit dem Mountainbike hochzufahren. Diese etwas über 300hm sind gemütlich zu fahren und somit schnell überwunden. Ab der Liftstation wird es aber dann steiler und ich schiebe das Rad einfach über die Piste rauf, denn runter geht es dann ja doch schneller als zu Fuß. Den Namen "Montagna dei Fiori" (Blumenberg) trägt dieser Bergstock zu recht. Überall wo das Auge hinschaut Blumen. Insbesondere Krokusse und Narzissen wachsen überall in Massen. Am Ende der Piste erreiche ich dann meinen ersten Abruzzen-Gipfel, Monte Piselli mit 1.676m.
Ansonsten ereignet sich nicht viel Aufregendes bei dieser Tour. Treffen tue ich hier niemanden und schön langsam zieht es immer mehr zu. Einzig die überall aufgeschlichteten Stein-Iglus erwecken mein Interesse und ein ewas größeres Exemplar nehme ich dann mal genauer unter die Lupe.
Nachdem ich am Ende eines stillgelegten Doppelschleppliftes mein Rad in der Wiese zurücklasse gehe ich zu Fuß steil über den letzten Vorgipfel (1.792m) und erreiche dann leider den mittlerweile Wolkenverhüllten höchsten Punkt, Monte Girella (1.814m). Ich halte mich nicht lange auf und gehe gleich wieder zurück zum Fahrrad, diesmal über einen anderen Vorgipfel (ebenfalls 1.792m) und mache mich an die Abfahrt. Schnell geht es über die Skipiste bergab und erst an der Schotterstraße muss ich ein paar mal stehen bleiben. In den Bergen nur ein paar Kilometer weit im Westen tobt nämlich ein ordentliches Gewitter und dadurch, dass bei mir die Sonne scheint entsteht eine ganz eigenartige Stimmung. Ich mache etliche Fotos und fahre denn weiter abwärts. Genau als ich dann das Auto erreiche beginnt es auch bei zu regnen und in dicken Tropfen prasselt der Regen während der Rückfahrt auf die Windschutzscheibe.
Auf insgesamt über 16km sind bei dieser kleinen Tour ca. 900hm im Anstieg angefallen.
Wie gewohnt hier der aufgezeichnete GPS-Track der Tour (zum Download einfach per Dropdown das gewünschte Dateiformat wählen und auf OK klicken):
Bei der Abfahrt aus dem Skigebiet retour zum Auto in San Giacomo habe ich von einem herannahenden Gewitter dieses Pano gemacht (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Fotos zur wunderbaren stimmigen Tour seht ihr wie gewohnt hier (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):
Unser heuriges Frühjahrs-Trainingslager zum Radfahren und Bergsteigen (ich) bzw. Motorradfahren (mein Bruder) haben wir dieses mal in den Abruzzen aufgeschlagen. Und zwar in Roseto degli Abruzzi. Auf einem feinen, ruhigen Campingplatz direkt am Meer befindet sich unser Basislager von wir die diversen Touren starten. Nach einer kleinen Ausfahrt am Samstag in die kleine Stadt Atri zum Eingewöhnen nach der nächtlichen Anfahrt in der Nacht von Freitag auf Samstag hat es dann leider fast zwei Tage durchgeregnet. Sonntag sind wir also nur zum Sightseeing nach Teramo gefahren.
Montag hat es dann am Nachmittag aufgehört zu regnen und ich erkannte gleich meine Chance zu einer feinen Ausfahrt. Die Temperaturen sind ja trotz des vergangenen schlechten Wetters recht angenehm und so starte ich direkt in Roseto los um mich ein wenig in den küstennahen Vorbergen umzusehen.
Ich fahre dazu kurz nach Scerne um dann auf der SP27 ins Landesinnere abzubiegen. Bei Ortschaften wie Casoli, S.Margeritha und Fontanelle vorbei geht es nur mäßig bergauf. Erst nach Monte Gualtieri hinauf gibt es die erste nennenswerte Steigung von ca. 200hm. Was mir auch dort gleich wieder auffällt sind die immer wieder mal angebrachten 10%-Steigung-Verkehrsschilder. Ich vermute mal, es gibt gar nur Schilder mit den aufgedruckten 10%, denn meist ist die Steigung weit heftiger, bis zu 20% habe ich gemessen, trotz der angezeigten 10%. Aber mir solls egal sein und ich erfreue mich an der abwechslungsreichen Landschaft durch die ich Kilometer um Kilometer zurücklege. In weiterer Folge erreiche ich per Stichstraße den heutigen höchsten Punkt im kleinen Bergstädtchen Scorrano auf knapp 600m. Auch diese Stadt fasziniert mich, denn auf beinahe jeden zweiten Hügel hier wurde eine Ortschaft gebaut. Und zwar in Hallstatt-Bauweise. Haus an Haus, eine Kirche samt Campanile gehört genauso dazu wie der leider nicht sehr schöne Wasserturm am höchsten Punkt. Sind diese "Stadt-Festungen am Berg" aus der Ferne zwar schön anzusehen so offenbart sich bei der Durchfahrt der wahre Charakter. Viele Gebäude sind verlassen oder einfach verwahrlost und alles hinterlässt einen heruntergekommenen Eindruck. Aber ich muss ja gottseidank eh nicht dort wohnen und etwas Positives haben sie wieder alle gemein: die Aussicht ins umliegende Land ist meist hervorragend.
Ich komme so noch in einer weitere dieser Ortschaften am Berg, Cellino auf etwas über 400m und folge nun schon seit geraumer Zeit der kurvenreichen und ständig bergauf-bergab führenden SS81. Bei S.Giovanni geht es wieder runter auf 150m und im Anschluss rauf nach Castilenti bzw. Villa Bozza. Nochmal runter auf 150m und der letzte Anstieg heute rauf nach Atri wartet. Dieses echt sehenswerte Städtchen, natürlich auch direkt am Gipfel gebaut, kenne ich schon vom Samstag und so umfahre ich es auf der Nordseite wo ich noch ein paar tolle Blicke in Richtung Osten, zum Meer werfen kann. Richtung Westen beobachte ich ein Gewitter, das mir in den letzten Minuten ein paar Regentropfen beschert hat, mich aber nicht mehr einholen kann und zufrieden nehme ich den letzten Abschnitt zurück nach Roseto, nur mehr bergab in Angriff.
Resümee der ersten Ausfahrten: Höhenmeter kann man auch auf wenig Distanz ordentlich sammeln. Die Landschaft ist wunderschön. Je größer die Entfernung zu größeren Städten bzw. zur Küste umso heruntergekommener sind jedoch teilweise die Ortschaften bzw. die Häuser. Die Straßenqualität ist sehr unterschiedlich und insgesamt gesehen eher schlecht. Dafür ist man, von den Städten und der Küste abgesehen ziemlich einsam unterwegs.
Auf über 105km sind bei dieser Ausfahrt ca. 1.650hm zusammengekommen.
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Bei der letzten Auffahrt, nach Atri verfolgte mich dieses Gewitter wo ich aber noch Zeit fand ein kleines Pano aufzunehmen (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Fotos von dieser Radtour habe ich hier abgelegt (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):
Am heutigen 1. Mai habe ich meine zwei Kollegen von der Baustelle, Martin und Michael geschnappt um eine standesgemäße Bergtour für den Feiertag zu unternehmen. Wir fahren dazu wieder in die Seckauer Alpen um den 2.höchsten Berg dieser Gebirgsgruppe - den Hochreichhart (2.416m) zu besteigen. Nur 1m wird er vom Geierhaupt (2.417m) - Bericht vom letzten Herbst siehe hier - überragt.
Wir fahren dazu in den Ingeringgraben um den überaus schönen, weil aussichtsreichen Schmähhausrücken empor zu steigen. Nachdem Michael in meine Reserve-Bergschuhe geschlüpft ist (bei der letzten Tour musste er erkennen, dass wasserdichte Schuhe in Zeiten von Restschnee einiges Wert sind) starten wir anfangs kurz am markierten Weg Nr. 974 und gehen steil durch den wunderbaren Wald bergwärts. Bei der zweiten Forststraße aber verlassen wir den markierten Weg und folgen dem gut erkennbaren Steig immer am Bergrücken entlang. Bald erreichen wir die Waldgrenze und wir sind entzückt ob der Schönheit und der Aussichten die dieser Anstieg nun bietet. Einzig die erbärmliche Fernsicht heute, keine 30km trübt die Stimmung etwas.
Wir kommen in Folge nun flott höher und nur 1-2 harmlose Schneefelder lassen sich gut begehen. Selten sind auch bei kleinen Felsaufschwüngen kurz die Hände vonnöten und bald bemerken wir, dass sich der Grat zurücklegt und wir den südlichen Vorgipfel des Hochreichhart erreichen. Nur mehr kurz über Geblock und Schnee und wir stehen am stolzen Gipfel des zweithöchsten Gipfel der Seckauer Alpen.
Nach einer langen Gipfelrast mit Tratsch und Bier gehen wir kurz zurück am Grat um dann ein pipifeines Schneefeld zum Brandstättertörl runter zu laufen - hier waren heute noch ein paar Skitourengeher unterwegs. In feinstem Firn laufen wir schwerelos runter und nach nur wenigen Minuten erreichen wir gute 400m tiefer den Sattel zu unserem nächsten Ziel - dem Brandstätterkogel.
Die 200 Höhenmeter rauf zum nächsten Gipfel sind schnell absolviert und nach nur einer kurzen Pause am Gipfel des Brandstätterkogel gehen wir erneut kurz am Anstiegsweg zurück um dann in eine der Westrinnen abwärts zu laufen. Hier bietet sich uns erneut feiner Firn, wir sinken kaum ein und können lange Strecken auf den Schuhsohlen abfahrend zurücklegen und ruckz-zuckz sind wir im Brandstättergraben. Noch immer geht es auf tragfähigem Schnee abwärts und sehr zu unserer Zufriedenheit erreichen wir bald das Ende des Schnees und wechseln auf den Wanderweg. In Folge kommen wir bald wieder bei unserem Ausgangspunkt am Parkplatz 4 an, wo es pünktlich als wir ins Auto einsteigen zu regnen beginnt. Es handelt sich jedoch nur um einen kurzen Schauer und wenig später sitzen wir schon bei Bier+Schnitzel in einem Gastgarten in Fohnsdorf wo wir auf die tolle Tour anstossen.
Auf etwas über 12km Wegstrecke haben wir heute gute 1.500 Höhenmeter im Aufstieg absolviert.
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Fotos zur wunderbaren stimmigen Tour seht ihr wie gewohnt hier (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):
Da am heutigen Donnerstag ja wieder feinstes Bergwetter herrscht machen sich Michael und ich am Abend wieder auf, um einen kleine Tour zu unternehmen. Bei meiner Ausfahrt gestern zum Tauernwindpark konnte ich ja ganz gut erkennen welche höheren Gipfel in den Seckauer Tauern denn schon ohne größere Schneestapferei möglich sind. Und dazu gehört der Ringkogel. Der Anstieg vom Gaalreiter aus führt nur über südseitige Rücken und fast alle Grate und Rücken in den Seckauern sind bereits aper.
Gestern Abend habe ich das wunderbare Wetter genutzt und bin mit dem Rennrad direkt von der Wohnung in Pöls aus in Richtung Oberzeiring gefahren. Mein Ziel war der Tauernwindpark hoch oben auf 1.800 bis 1.900m bzw. die Klosterneuburgerhütte (1.879m) unweit des Skiegebietes Lachtal. Dort rauf führt ja eine asphaltierte Straße (Maut für KFZ) welche bereits geräumt sein sollte.
Gestern Abend bin ich mit einem Kollegen von der Baustelle zu einer kleinen After-Work-Tour aufgebrochen. Es gibt ja noch unzählige noch nicht von mir bestiegene Gipfelziele in der Umgebung von Pöls und so brauchen wir auch gar nicht weit fahren.
Für den heute mit schönem Wetter geprägten Sonntag machen sich Martin und ich wieder mal auf um unseren Traunstein zu besuchen.