Was mich natürlich sehr gefreut hat war dann die Tatsache, dass sich auch Vroni, Paul und Harry angeschlossen haben!
So starteten wir also um 7 Uhr am (mittlerweile gebührenpflichtigen - auch heute wurde kontrolliert!!) Parkplatz Bärenalm von wo wir den Wolfgang und mir bereits bekannten Anstieg ins Brentnerkar in Angriff nahmen.
War es im Tal noch frisch kühl und ab und zu Reif zu sehen, so wurde uns im Bereich der Jagdhütte (ca. 1.150m) schon ziemlich warm - Föhn sei dank.
Ohne viel Zeit zu verlieren steigen wir weiter, bei der Eishöhle "Eislueg" vorbei und oberhalb der Schoißmauer queren wir ins Brentnerkar.
Erstmals machen wir uns angesichts des sich massiv vor uns aufbauenden Ostgrates Gedanken wie wir den wohl angehen wollen.
Wir einigen uns darauf den ersten Gratkopf nicht direkt zu nehmen - dort schaut es unmöglich aus im II. SG, und somit seilfrei raufzukommen.
Nach kurzen mühsamen Höhenmetern im Brentnerkar queren wir also in gutem Gehgelände mit einigen Kletterstellen höher und treffen punktgenau in die Scharte zwischen Kl. Hochkastem und dem besagtem Gratkopf (den wir auch noch kurz besteigen - lt. GPS 1.987m, Schartenhöhe ca. 20m). Wir wissen hier beginnt dann der ernsthafte Teil der Tour und wir gehen bald weiter.
Ab jetzt muss man ordentlich schauen um auf einer Route zu bleiben die leichter als II. bleibt. Beim letzten Aufschwung direkt vor dem Ende des steilen Grates (gute 50-70hm unter des Gipfels) queren wir etwas nach links in die Südflanke. Wir sind aber im Nachhinein der Meinung, man könnte auch ziemlich exakt am Grat recht einfach nach oben gelangen.
Die letzten Meter zum Gipfel warten zwar auch noch mal mit einer schwierigen Kletterstelle auf sind aber übersichtlich und schnell absolviert.
Nach Pause und Jause am unbekreuzten (aber mit Gipfelbuch versehenen) Gipfel starten wir den Abstieg der uns zuerst in die Scharte zw. Kleinem Hochkasten und Brandleck führt.
Dort zeigt sich auch, warum wir die Steigeisen gute 1.800hm herauf geschleppt haben. Der erste Teil der Schlucht runter ins Brentnerkar ist mit Schnee gefüllt - übrigens auch im Hochsommer. Der Schnee ist jedoch weich und wir können schnell runterstapfen.
Auch im restlichen Brentnerkar hilft uns der Schnee und wir kommen schnell abwärts. Weiters geht es auch am feinen Schutt schnell abwärts. Weiter unten dann kommt dem einen oder anderen doch ein Fluch aus, das Schuttkar ist nicht überall gut zu begehen.
Beim Rückweg erkunden wir dann noch kurz die Eislueg - es ist für uns alle äußerst faszinierend wie hier aus der Höhle eiskalter Wind rausweht. Doch nach ein paar Metern ist bald Schluss - ohne Kletterausrüstung geht hier nix!
Den Rest runter, bei der Jagdhütte vorbei, ins Tal haben wir dann auch schnell absolviert und wir können am Parkplatz zufrieden auf unsere erfolgreiche Tour anstossen!
Zusätzliche Infos für Nachahmungstäter:
-auf dieser Tour ist Einsamkeitsgarantie ziemlich sicher - nicht nur im November
-den II. Schwierigkeitsgrad (auch im Abstieg) und eine ordentliche Portion Wegfindungsgabe sollte man intus haben
-das Brentnerkar kann einem nicht nur im Anstieg in die Verzweiflung treiben
-Steigeisen sollten bei einer Tour durch das Brentnerkar immer dabei sein - der Ausstieg oben an der Scharte hat bis in den Spätsommer pickelharten Schnee
Bei dieser Tour fallen auf 17km etwas mehr als 1.800hm an.
Wie gewohnt hier der aufgezeichnete GPS-Track der Tour (zum Download einfach per Dropdown das gewünschte Dateiformat wählen und auf OK klicken):
Am Gipfel des Kleinen Hochkasten habe ich dieses Panorama aufgenommen (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Ein Fotoalbum der abenteuerlichen Tour gibt es hier (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):

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