Ich fahre also noch am Vorabend in die Ramsau und zur Südwand hoch wo ich es mir dann im Auto gemütlich mache. Pünktlich um 4 leutet mein Wecker und als ich raussehe gehen doch schon tatsächlich 2 Bergsteiger mit Stirnlampe Richtung Südwandhütte. Ich drehe mich aber nochmal um und starte dann kurz vor Halb Sechs in stockdunkler Nacht.
Bald ist die Südwandhütte erreicht und ich folge nun dem mit roten Punkten markierten Zustieg zum Johann-Klettersteig. Der Zustieg ist ja ident mit denen von Steiner- und Pichlweg, ich muss mich also nicht so sehr konzentrieren um den richtigen Weg in der Finsternis zu finden. Anders geht es da zwei Bergsteigern (vlt. die zwei, die eine Stunde vor mir am Parkplatz weg sind?) die nach der Südwandhütte dem markierten Weg (Bibelsteig) runter gefolgt sind und nun weglos den Anstieg in meine Richtung suchen. Bald verliere ich die zwei jedoch wieder aus den Augen und kann sie erst wieder sehen, als sie zum Einstieg des Johann kommen, doch da bin ich schon fast am Ausstieg.
Rechtzeitig beim Einstieg zum Klettersteig wird es endlich etwas heller und ich kann die Lampe gegen Klettersteig-Set und Helm tauschen. Ich halte mich nicht lange auf und gehe gleich den Einstiegsüberhang an. Nicht ohne diese E-Stelle. Ich möchte gar nicht wissen, wie es einem hier geht, wenn man das nicht beim ersten mal schafft. Ein zweiter Versuch kostet sicher ordentlich Kraft. Ich komme jedoch schnell weiter und am 100m-Pfeiler bin ich endlich in der Sonne. Schön steil und ausgesetzt geht es hier nach oben - genau nach meinem Geschmack. So gut wie ohne Pausen steige ich höher und erreiche nach 1,5 Stunden im KS die Seethalerhütte auf knapp über 2.700m.
Die ersten Seilbahn-Bergsteiger sind auch schon im Anmarsch und kommen gerade vom Dirndlkolk hoch.
Ich aber gehe geich zur Ostschulter und mache mich an die letzten 250hm. In schattigen Lagen sind immer wieder pickelharte Schneefelder zu traversieren. Doch aufgrund guter Spuranlage geht es auch ohne Steigeisen ganz gut. Der Pickel gibt mir aber dort wo das Stahlseil unter dem Schnee ist ein wenig Sicherheit.
Um Halb Zehn stehe ich dann (zum dritten mal) am höchsten Punkt unseres schönen Oberösterreichs (und natürlich auch der Steiermark). Ziemlich starker, eisiger Wind lassen mich trotz hervorragender Fernsicht nicht lange verweilen und ich verschiebe das Gipfelbier und die Jause auf später.
Abgestiegen bin ich dann über den viel kürzeren Randkluftsteig und am Gletscher wieder retour zum Hunerkogel wo ich € 19,50 gegen eine 1.000hm-Abfahrt in 5 Minuten getauscht habe. Schon bald später sitze ich nach der kleinen Vormittagstour wieder zufrieden zuhause auf der Sonnenterrasse und laße mir die Sonne auf den Bauch scheinen und später noch eine ordentliche Portion Bratwürstel (heute ist ja auch Bratwürstelsonntag) schmecken.
Auf ca. 8km (Talstation Südwandbahn-Gipfel-Hunerkogel) sind ca. 1.500hm im Anstieg zu absolvieren.
Wie gewohnt hier der aufgezeichnete GPS-Track der Tour (zum Download einfach per Dropdown das gewünschte Dateiformat wählen und auf OK klicken):
Am Gipfel des Dachstein hat sich mir heute dieses Panorama offenbart (Klick für Vergrößerung in neuem Fenster)
Ein Fotalbum des schönen Tages gibt es wie üblich an dieser Stelle (für Fotoalbum mit größeren Fotos in neuem Fenster HIER klicken):

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